Wir haben uns dieses Mal mit Csilla Lange unterhalten, der Initiatorin und begeisterten Leiterin der „Csillagtúrák“, dank derer die Welt der organisierten Wanderungen im Pilis-Gebirge heute auch für Familien mit kleinen Kindern zugänglich ist.
Erzähl uns doch bitte etwas über dich und weihe uns ein: Wie kommt man quasi aus heiterem Himmel dazu, als Wanderführer zu arbeiten?
Seit meiner Geburt lebe ich hier im Donauknie, in Pócsmegyer, und das Donauknie hat in meinem Leben schon immer eine zentrale Rolle gespielt. Im Jahr 2004 kam ich dann Visegrád wirklich nahe, als ich meine Arbeit im Thermal Hotel Visegrád aufnahm. Damals, also vor etwa 19 Jahren, begann meine Karriere im Tourismus, nachdem ich ein entsprechendes Studium absolviert hatte. Später führte mich mein Weg dann zum Team des Patak Park Hotels. Dieses Hotel liegt ja am Ufer des Apátkúti Patak, am Waldrand – hier begann für mich alles rund ums Geländelaufen. Zu Hause auf der Insel bin ich schon lange gelaufen, seit meiner Kindheit treibe ich aktiv Sport, aber nach der Geburt meiner Söhne blieb schließlich doch nur das Laufen übrig.
Dann kam die Arbeit in dem Hotel am Waldrand – und hat dieser Lauf deinen „Werdegang verändert”?
Genau. Ich habe mein Training in den Wald verlegt. Nach dieser Umstellung kamen auch schnell meine verschiedenen Routenpläne, und mit großer Begeisterung stürzte ich mich in die Welt des Geländelaufs und der Wanderungen – natürlich zunächst nur zu meinem eigenen Vergnügen. Meine Kollegen schlugen dann vor: Wie wäre es, wenn ich auch für die Gäste geführte Touren mit vorab geplanten Routen organisieren würde? Und so fand ich mich plötzlich mit dreißig Leuten im Wald wieder, die darauf warteten, was ich nun sagen würde und wohin wir gehen sollten.
Das Programm ist also bei den Hotelgästen beliebt geworden?
Und zwar ziemlich schnell. Die Gäste, die sich in Visegrád aufhalten, suchen sehr eifrig nach Freizeitaktivitäten im Freien. Wandern, Geländelaufen, Radfahren – solche Aktivitäten stoßen hier schon seit langem auf großes Interesse. Bei all diesen Aktivitäten ist es jedoch gut und hilfreich, wenn man fachkundige Unterstützung in Anspruch nehmen kann und nicht alleine losziehen muss, denn es gibt bereits gut ausgetretene Routen und die Möglichkeit, an geführten Touren teilzunehmen.
Und da ich ohnehin schon immer alle derartigen Unternehmungen im Freundeskreis und in der Familie organisiert habe und mir außerdem Ausflüge in die Natur und Geländelaufen besonders am Herzen liegen, habe ich mich mit Freude auf dieses Abenteuer eingelassen.
Von hier aus führte der Weg direkt zu den „Csillagtúrák“…
Immer mehr Leute haben mich angesprochen, weil sie gerne an meinen Touren teilnehmen wollten, und nach und nach hat sich eine feste Gruppe gebildet, die dann immer wieder interessierte Bekannte mitbrachte, sodass die „Csillagtúrák“ schließlich tatsächlich ein Eigenleben entwickelten.
Wer sind sie? Wer ist deine Zielgruppe?
Vor allem Familien mit kleinen Kindern – die „Csillagtúrák“ richten sich hauptsächlich an sie. Und zwar insbesondere an diejenigen unter ihnen, die nicht wissen, wo sie loslaufen sollen, wo die wirklich schönen Orte sind, wie lange die Touren dauern und welche Routen schwieriger und welche leichter sind. Ich organisiere speziell solche Programme im Wald, die sich hervorragend für Kinder ab 6 Jahren eignen.
Wie läuft eine solche Tour im Großen und Ganzen ab?
Wir wandern immer auf ausgeschilderten Wegen, sodass die Kinder die Orientierung leicht erlernen können. Wir halten Ausschau nach den verschiedenen Wegweisern, und schon bald werden sie auch die Möglichkeit haben, den Umgang mit der Wanderkarte und dem Kompass zu entdecken. Auf spielerische Weise lernen wir die Welt des Waldwanderns kennen. Das Besondere daran ist, dass Eltern und Kinder das Ganze von Anfang bis Ende gleichermaßen genießen.
Zunächst verschaffe ich mir natürlich einen Überblick über die Zusammensetzung der Gruppe: Wie viele sind die Kleinen, wie viele die Älteren? Wie wohl fühlen sich die Eltern in der Natur, und wer ist wie belastbar?.
Wir brechen normalerweise mit 20 bis 30 Personen auf, darunter oft 10 bis 12 Kinder. Es gibt regelmäßige Wanderer, die lieber in Gesellschaft wandern, andere kommen gelegentlich aus gesundheitlichen Gründen, und es gibt sehr viele, die die „Csillag“-Wanderungen bereits kennen und aus Vertrautheit mit dem Erlebnis an unseren Touren teilnehmen.
Unsere kürzeren Touren dauern 2–3 Stunden, während die längeren, anspruchsvolleren Touren 4–5 Stunden dauern und ganztägige Abenteuer sind.
Gibt es eine Altersbeschränkung für Kinder?
Grundsätzlich bieten wir Touren für Kinder ab 6 Jahren an, aber im März haben wir nun auch ein neues Programm gestartet, an dem schon die Kleinen ab 3 Jahren teilnehmen können und bei dessen Durchführung mir eine hervorragende Bewegungstherapeutin zur Seite steht. Dóri hat gemeinsam mit ihren Kollegen ein großartiges Bewegungstherapieprogramm speziell für die Waldumgebung überarbeitet. Die Kleinen lieben es, und die Eltern können oft gar nicht glauben, wozu ihr Kind alles fähig ist, bis sie zu uns kommen.
Der Veranstaltungsort ist derzeit der wunderschöne Miklós-Bertényi-Botanische Garten in Visegrád.
Wenn sich jemand für eine „Csillagtúra“-Tour anmelden möchte, wie lange vor Beginn der Tour muss er sich bei dir melden?
24 Stunden vor dem angekündigten Termin sind Interessenten – je nach verfügbarer Kapazität – noch völlig im Zeitplan. So habe sogar ich noch Zeit, mich vorzubereiten und die Zusammensetzung der Gruppe einzuschätzen, und auch die Bewerber sind nicht gezwungen, schon Wochen vor dem Termin zu wissen, dass sie definitiv dabei sein werden. Wir sind flexibel. Das ist der Kern der ganzen Sache.
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Wenn ihr mehr über die „Csillagtúrák“ erfahren möchtet, könnt ihr auf den folgenden Link klicken, um weitere Informationen zu erhalten. Dort findet ihr auch Csillas Kontaktdaten:
https://visitvisegrad.hu/programok/aktiv-kikapcsolodas/csillagturak



