„Ich liebe dieses Haus, weil sich darin alles, was ich als neuen Gedanken bezeichnen würde, was ich überhaupt in die Architektur eingebracht habe, ungehindert und uneingeschränkt zum Ausdruck bringt.”– erklärte Imre Makovecz über das Erdei-Kulturhaus in Visegrád.
Im Hinblick auf Makovecz’ Schaffen hat vieles in Visegrád seinen Anfang genommen. In seinen Gebäuden in Visegrád taucht zum ersten Mal jene ganz einzigartige, an Lebewesen erinnernde Form auf, die sich bereits von seinen früheren Lösungen löst und mit der er seine Kunst für eine Welt öffnet, die auf vielfältige Weise mit der Bildhauerei verbunden ist. Unter all diesen Gebäuden sticht eines besonders hervor, das tatsächlich den Eindruck erweckt, als wäre eine nie dagewesene Lebensform aus dem Hügel, der ihm Heimat bietet, emporgewachsen.


Das Haus ragt aus dem Boden empor, der Sonne entgegen. Die Säulen bilden eine Halbkugel; der Anblick ist zugleich sakral und profan: Wir sehen gleichzeitig ein Wesen und einen Tempel, auf dessen Spitze kein Kreuz emporragt, sondern eine Krone, die jedoch zum Himmel hin offen ist.

Auch im Innenraum spielt der „Aufgang der Mitternachtssonne” eine wichtige Rolle. Auf den 12 Säulen sind die Tierkreiszeichen angebracht, und dank der Ausrichtung ist die Achse des Haupteingangs auf die aufgehende Sonne gerichtet, sodass das Gebäude im Innenraum gleichzeitig als Sonnenuhr fungiert.
Die Tore werden von aus Holz geschnitzten Adlern gestützt, die sich zu einem faszinierenden Ganzen mit der grasbewachsenen Seite des Hügelshauses verbinden und den Betreten des Korridors bewachen: Sie mahnen zu Ehrfurcht und Stille.
Quelle: makovecz.hu
2025. 05. 13.



