Ein symbolträchtiger Teil des baulichen Erbes von Visegrád sind die fünf Bauwerke, die wir Imré Makovecz zu verdanken haben. Jedes Jahr kommen viele Tausend Menschen nach Visegrád, die sich speziell diese Werke ansehen möchten, daher richtet sich unsere Miniserie in erster Linie an sie sowie an alle, die sich für die Architektur des 20. Jahrhunderts und insbesondere für die von Makovecz in Ungarn prägende organische Stilrichtung interessieren.
Es handelt sich um das vielleicht eindrucksvollste Makovecz-Gebäude in Visegrád, denn das Fachwerkhaus mit seiner monumentalen Fassade steht praktisch genau im Zentrum von Visegrád. Wer mit der Fähre von Nagymaros herüberfährt, sieht es schon von weitem, und auch auf der Straße Nr. 11 kann man nicht vorbeifahren, ohne zumindest einen Blick auf dieses einzigartige, mit Blumen geschmückte Gebäude zu werfen.
Das Gebäude, das als Turnhalle der Grundschule dient, trägt zahlreiche Symbole in sich. Der aus Steinen erbaute Teil erzählt von der mittelalterlichen Blütezeit Visegráds, während die Fachwerkkonstruktion auf das von den Schwaben wiederbelebte Dorf verweist, denn die Siedler, die zur Zeit Maria Theresias eintrafen, besiedelten das während der türkischen Herrschaft ausgestorbene Visegrád, ähnlich wie zahlreiche andere Ortschaften im Donauknie. So zeichnet sich vor unseren Augen gewissermaßen auch ein Gesamtbild ab, denn all dies geht weit über die Geschichte Visegráds hinaus.
Imre Makovecz erinnert sich wie folgt an die Planungsphase: „Der Kern des Konzepts bestand darin, die ursprüngliche Stadtstruktur von Visegrád wiederherzustellen, da die heutige Struktur nicht mit der aus dem Mittelalter und der Renaissance übereinstimmt. Heute verlaufen die Straßen senkrecht zur alten Struktur. Wir haben einen Entwurf erstellt, in dem sich die Wohnbebauung und die touristischen Einrichtungen – also Wohnungen, Pensionen, Werkstätten und Geschäfte – vermischt hätten. Dies haben wir als eine Art Science-Fiction-Variante gestaltet, die an eine mittelalterliche Fachwerksiedlung erinnert, dabei aber natürlich extrem und surrealistisch ist und zeitlich rückwärts verläuft.” – Aus dem erwähnten Stadtzentrum entstand schließlich dieses Gästehaus und Restaurant namens Ágasház mit dem Namen, das inzwischen leider abgebrannt ist, sowie die László-Magyar-Sporthalle, die in den letzten Jahren umfassend renoviert wurde.
Quelle: www.makovecz.hu
Tourismus- und Marketingverein Visegrád und Umgebung
2025.10.31.



