Auf der Straße gehen wir vielleicht einfach an dem alten Gebäude vorbei, das in seiner Schlichtheit kaum auffällt. Es wirkt fast so, als würde es sich bei uns entschuldigen, wenn es uns doch zufällig ins Auge fällt. Dabei verbirgt es im Inneren ein wahres Wunder…
Für die meisten Menschen ist Kino heutzutage gleichbedeutend mit einem dreidimensionalen Erlebnis plus zwei, mit dem Zwei-Liter-Cola-Becher, den wie Styropor herabrieselnden Popcornresten, der Einkaufszentrum-Atmosphäre und vor allem den Action-Szenen, die sich in ihrer intensiven Zwei-Bit-Qualität entfalten. Es gibt jedoch auch diejenigen, die diese Einrichtung aus anderen Gründen aufsuchen, deren Name nicht zufällig einst „Filmtheater“ lautete, auch wenn dieser Begriff heutzutage mindestens ebenso verstaubt wirkt wie angeblich die Hammond-Orgel…
Es gibt also immer noch Menschen, die im Kino nach der Katharsis, nach dem künstlerischen Erlebnis suchen. Das sind diejenigen, die es einfach nicht über sich bringen, nach einem guten Film das Erlebte unkommentiert zu lassen. Und sie sind es, die aus Liebe Orte wie das Duna Mozi in Visegrád besuchen.
Seit Mitte der 2010er Jahre ist auch das Kino in Visegrád Mitglied des Vereins „Art-Mozi“, und neben dem technischen Fortschritt vertiefte sich die Verbindung der Einrichtung zur künstlerischen Seite der Kinowelt weiter; und auch wenn wir aus verständlichen Gründen nicht erwarten können, dass sich ein Kleinstadtkino zu einem Kunstfilmkino entwickelt, so lässt sich doch nicht übersehen, dass im Programm Woche für Woche Filme aus aller Welt zu finden sind, die alles andere als für den Mainstream gedacht sind.
Das Gebäude selbst, das 1971 sein dem damaligen Geschmack entsprechendes Erscheinungsbild erhielt, stand bis zum Systemwechsel unter der Leitung der Kinobetreibergesellschaft des Komitats Pest, und ging nach einigen Jahren des künstlichen Stillstands in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung über. In der Zwischenzeit diente nicht nur die Bühne vor der Leinwand als Veranstaltungsort für verschiedene Aufführungen und Indoor-Veranstaltungen, sondern in den hinteren Räumen des Kinos probten auch zahlreiche Underground-Bands für kürzere oder längere Zeit. (Nur wenige wissen, und vielleicht wäre es einmal lohnenswert, im Rahmen einer Artikelserie zusammenzufassen, dass es eine Zeit gab, in der in Visegrád parallel 5–6 Bands aktiv waren, was angesichts der bescheidenen Einwohnerzahl dieser Kleinstadt landesweit wohl beispiellos ist.)
Es wurde 2007 fertiggestellt Iván Szkok Ein Werk des Malers, das auf fast der gesamten Wandfläche des 125 Plätze fassenden Zuschauerraums die Geschichte von Visegrád aus der Sicht des Künstlers anhand seines charakteristischen, grandiosen Malreliéfs darstellt. Wenn man auf einem der Theatersessel aus dem Jászai-Mari-Theater in Tatabánya Platz nimmt, ist es ein großartiges Erlebnis, sich ganz und gar in den winzigen Details des Werks zu verlieren.
Im Herbst 2016 wurde das Kino nach einer kurzen Pause mit neuer Technik wiedereröffnet: Im Vorführraum wurde ein leise laufender Projektor installiert, und außerdem wurde ein moderner Tonprozessor in Betrieb genommen, der nun anstelle des bisherigen Dolby-Stereo-Systems das Dolby-Digital-Tonsystem unterstützt.
Das monatliche Filmprogramm des Duna Mozi ist jeden Monat in den „Visegrádi Hírek“ nachzulesen, sowohl in der gedruckten Ausgabe als auch online auf der visitvisegrad.hu auch im Programmkalender. Ein Blick auf das Programm genügt, und es fällt sofort ins Auge, dass es sich um echtes Kunstkino handelt, das zwar Woche für Woche bemüht ist, auch ein unterhaltsames Filmangebot für Familien zu bieten, zu dessen zentralen Zielen auch der unerschütterliche Glaube an die Filmkunst gehört.
Quelle:
Balázs Forgács: Visegrád, Duna Mozi (Mozivilág.com)
Foto: Mozivilag.com
Tourismus- und Marketingverein Visegrád und Umgebung
2024.01.30.



